Top10: Datenschutz auf dem persönlichen Level

Gepostet von Der Winter am 2. Dezember 2007

So, hier kommt sie auch schon, meine erste Top10.

Thema dieser Liste ist es, wie jeder Einzelne es schaffen kann seine persönlichen Daten für sich zu behalten. Natürlich ist es heutzutage nicht mehr möglich wirklich alle seine Daten für sich zu behalten, aber zumindest das Datensammeln einiger Firmen und auch Behörden, Stichwort Internetauftritt des Bundesfinanzministeriums, kann man eindämmen und erschweren.

Die Sortierung ist sicher nicht 100% akkurat, hält sich jedoch grob an das Verhältnis zwischen Effekt, also wie sehr es den persönlichen Datenschutz fördert, und dem Aufwand, schließlich sind nicht alle Möglichkeiten auch mit realistischem Aufwand umzusetzen.

  • Platz 10: Entfernt eure Telefon-Nummer aus dem Telefonbuch - Der Effekt ist so beschränkt wie es der geringe Aufwand vermuten lässt; aber zumindest gibt es dir einen gewissen Schutz vor lästiger Telefonwerbung, auch wenn die Betreiber dieser Dienste nur selten aufs Telefonbuch setzen, doch es gibt dir vor allem die Möglichkeit bei Werbung am Telefon darauf zu verweisen das du explizit nicht im Telefonbuch gelistet bist und die Antwort auf die Frage woher deine die Werber deine Nummer haben schlicht nicht das Telefonbuch sein kann.
  • Platz 9: Seid minimalistisch bei Anmeldungen – Egal wo und bei welchem Anbieter, mag er auch noch so bekannt sein, gib nur die absolut erforderlichen Daten raus. Sachen wie deine Hobbys oder wie viele Nutzer an deinem Computer arbeiten gehen niemanden was an und es gibt keinen Grund dies einer Firma mitzuteilen. Das schöne, du hast sogar weniger Aufwand wenn du dir das Eingeben solcher Angaben sparst.
  • Platz 8: Lasst unseriöse Angebote links liegen - Eigentlich verrät einem schon der gesunde Menschenverstand das Verlosungen bei denen man vorher an extensiven Umfragen teilnehmen muss, sich darüber finanzieren das die Umfragedaten ausgewertet und (kommerziell) genutzt werden. Ähnliche Angebote gibt es aus verschiedensten Richtungen und generell sollte man immer daran denken das persönliche Daten heutzutage eine Ware sind wie jede Andere, mit der man Geld verdienen kann. Und außerdem, wie niedrig die Chancen sind bei einem Gewinnspiel etwas zu gewinnen, zeigt der aktuelle Lotto-Jackpot in extremen Ausmassen.
  • Platz 7: Nutzt mehrere E-Mail Adressen im Netz – Heutzutage ist es kostenlos möglich sich eine ganze Reihe von E-Mail-Adressen anzulegen und diese dann auf einige wenige Adressen, über Weiterleitungen, zusammen zu führen. Sollte nun eine der Adressen in die Hände von einem der einschlägig bekannten Versender von Spam geraten, so löscht man die Adresse und gut ist. Wichtig hierbei, die Hauptadressen sollten nur äußerst vorsichtig und am besten, wenn überhaupt, nur an reale Kontakte herausgegeben werden. Da die Funktion von mehreren E-Mail-Adressen heutzutage zumindest teilweise durch gute Spam-Filter ersetzt wird, reicht es jedoch nur für Platz 7.
  • Platz 6: Nutzt Firewalls & SpyBot’s - Es sollte zu den Grundvoraussetzungen einer jeden Internetnutzung gehören, doch leider missachten noch immer viele die Warnungen und fangen sich so Schnüffler ein, die das Ende eines jeden Versuchs des Datenschutz’s darstellen. Da das Nutzen solcher Tools, jedoch nur das absolute Muss im Bezug auf Datensicherheit darstellt und viele Schwachstellen offen lässt, reicht es logischerweise nur für Platz 6 in meiner Top10.
  • Platz 5: Nutzt mehrere Anbieter für Internetdienste – Das beste Beispiel hierfür ist Big G; so kann man heute schon bei Google verschiedenste Dienste vom Analyse Tool über E-Mail-Adressen bis hin zum Fotobearbeitungsprogramm nutzen. Ähnlich, wenn auch nicht so ausgeprägt, ist es bei anderen großen Firmen. Das Problem, Datenschutz technisch, hierbei ist das es den Firmen ermöglicht wird massiv Daten aus verschiedensten Bereichen unseres Lebens zu sammeln. So könnte es zum Beispiel sein das bald alle Fotos in den Online-Foto-Galerien von Google automatisch in die Bildersuche eingebunden werden, da dies schon heut über eine manuelle Auswahl möglich ist. Da es schwer zu beurteilen ist wie viel die Firmen dieses Potential bereits nutzen, schafft es das Nutzen verschiedener Dienste auch nur auf Platz 5.
  • Platz 4: Verbietet Cookies – Dieser Weg ist nur was für die hart gesottenen unter euch und kann schon deswegen nicht in die Top3 dieser Liste kommen. Cookies sind unter anderem die Kundenkarten im Internet, da jeder Seitenbetreiber Cookies verschiedenster Art setzt um euer Surf-, Klick- und Einkaufsverhalten zu beobachten und daraus Schlüsse zu ziehen. Das ganze geht über in die verschiedensten Tracking- und Targeting-Methoden, welche sich für individualisiertes Marketing und Werben grade zu perfekt nutzen lassen. Doch es gibt auch eine positive Seite der Cookies. So nutzen Seiten, wie auch diese, Cookies um herauszufinden ob du eine Seite das erste mal besuchst, ob du schon an Umfragen oder Diensten wie Yigg teilgenommen hast und vielen weitere Informationen welche die Usability erhöhen. Von daher, wer auf Cookies verzichtet erhöht den Datenschutz massiv, verliert jedoch gleichzeitig eine Menge Komfort.
  • Platz 3: Zahlt mit EC statt Kreditkarten - Der Grund hierfür ist ganz einfach, bei EC-Karten wird das Geld direkt bei der Bank von der die Karte stammt “angefragt” und die nötigen Informationen des Verkäufers werden auch nur an diese Bank übermittelt. Diese Daten sind zwar im Falle eines akuten Verdachts noch immer für die Staatsgewalt einsehbar, doch bei Kreditkarten laufen generell alle Abbuchungen durch ein weiteres Institut welches, wie sollte es auch anders sein, Geld verdienen soll. Auch der Glaube Kreditkarten seien umsonst, ist in der Regel ein Irrglaube, da man in irgendeiner Weise immer, auch wenn es teils nicht mit hartem Geld ist, für die Karte bezahlt, schließlich sind die ausgebenden Institute vieles, nur keine Wohlfahrtsorganisationen. Und wer wirklich einen Kreditrahmen braucht, kann entweder auf seinen (meist teureren) Dispo zurückgreifen oder sich einen sogenannten Verfügungskredit bei einem anderen Kreditinstitut zulegen.
  • Platz 2: Vorsicht kommt vor der Nachsicht beim Installieren von Toolbars – Es gibt inzwischen eine ganze Reihe an Toolbars für Browser, welche angeblich das Surfen bequemer oder entspannter machen sollen. Während man über den tatsächlichen Nutzen dieser Sachen noch streiten kann, ist es leider unumstritten das einige Anbieter solcher Tools diese vorrangig dazu nutzen um euer Surfverhalten zu analysieren, was durch das Zustimmen zu den Nutzungsbedingungen auch noch legalisiert wird. Da solche Tools meist, aber auch nur meist, unnötig sind und für manche Nutzen einen echten Mehrwert produzieren, verfehlt der Verzicht auf sie auch knapp den Thron meiner Top10 wie jeder von uns den Datenschutz erhöhen kann.
  • Platz 1: Verzichtet auf Kundenkarten jeder Art! – Hach es klingt so verlockend, einfach seine Payback-Karte beim Einkaufen über den Scanner ziehen lassen und schwups, man bekommt wieder ein paar Pünktchen und irgendwann dann sogar mal eine Prämie. Und das nur fürs Karte vorzeigen? Das der Hacken hier irgendwo verborgen sein muss wird beim Nachdenken wohl jedem klar. So erlauben es die sogenannten Kundenkarten den Unternehmen sehr genau das Kaufverhalten seiner Kunden zu analysieren und daraus Rückschlüsse zu ziehen, wie man dem Kunden noch mehr Waren verkaufen kann. Die Informationen die Verkäufer so erlangen sind mindestens das zehnfache Wert von dem was man über Kundenkarten zurück bekommt und oft lassen Händler insbesondere bei teureren Geräten & Anschaffungen, auch in den Supermärkten, mit sich verhandeln und geben einen Nachlass, der oft massiv über den durch Kundenkarten gesammelten Nachlass hinausgeht. So spart man Geld und kann sich ganz entspannt die Vielzahl von Kundenkarten, welche ja eigentlich Verkäuferkarten heißen müssten, sparen.

So, das ist meine Top10 des Datenschutzes auf dem persönlichen Level. Sicher kann und muss man nicht alle aufgezeigten Schritte umsetzen, aber ich hoffe ich konnte euch anregen auf eure persönlichen Daten etwas besser Acht zu geben, damit in Zeiten des drohenden Überwachungsstaat der Datenschutz nicht gänzlich unter die Rede kommt und Belange wie die der Musikindustrie, welche die Vorratsdatenspeicherung nutzen möchte um Personen die illegal Musik herunterladen zu verfolgen, auch in Zukunft keine Chance haben.

Freiheitliche Grüssle

Der FreiGen’er

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Aktuell gibt es 2 Kommentare.

  1. Aufschnürer sagt:

    Schön recherchiert und zusammengestellt, die Liste sollte sich jeder zu Herzen nehmen. Mir gefällt übrigens deine Idee von den wöchentlichen Top10. Wenn die sich mal nicht zufällig irgendwann in meinen Blog ausbreitet :)

  2. M sagt:

    [...] Platz 1: Verzichtet auf Kundenkarten jeder Art! – Hach es klingt so verlockend, einfach seine Payback-Karte beim Einkaufen

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