18 Jahre – Happy Birthday Deutschland!

Gepostet von Der Winter am 3. Oktober 2008
12 Kommentare | Kategorie(n): Politisches

18 Jahre – unser Deutschland ist volljährig – das wiedervereinigte Deutschland!

Vor genau 18 Jahren, am 3.10.1990 trat die ehemalige DDR dem Geltungsbereich des Grundgesetzes bei und das neue Gesamt-Deutschland war offiziell. Seit dem ist vieles passiert und viel Zeit verstrichen; junge Erwachsene wie ich haben bereits ihr komplettes Leben, bzw. an alles woran sie sich erinnern können, im wiedervereinigten Deutschland gelebt und kennen die DDR genau wie das alte Westdeutschland nur noch aus Erzählungen. Daher möchte ich heute mit je 3 Fakten, Errungenschaften und natürlich auch Verfehlungen exemplarisch auf die Entwicklung dieses wiedervereinigten Deutschlands hinweisen:

18 Jahre – welche Tatsachen wurden geschaffen?

  • Erst mit dem Abschluss der sogenannten „Zwei-plus-Vier-Gespräche” und der Unterzeichnung des „Vertrags über die abschließende Regelung in Bezug auf Deutschland“ in Moskau erhielt Deutschland seine volle Souveränität zurück.
  • 5 Gesamtdeutsche Parlamente mit 3 verschiedenen Kanzlern wurden seitdem gewählt. Darunter auch die erste Kanzlerin, Angela Merkel. Diese setzen sich seither intensiv für einen ständigen Sitz Deutschlands im UN Sicherheitsrat ein – unvorstellbar ohne die Einheit.
  • Seit der Vereinigung von Ost- und Westdeutschland war Deutschland in eine Reihe von Kriegen und Militäreinsätzen involviert. So war/ist die Bundeswehr u.a. im Einsatz im Mittelmeer, am Horn von Afrika, im Kosovo, Afghanistan, Bosnien, Sudan und vor der Küste des Libanons.

18 Jahre – welche Verfehlungen hat sich das wiedervereinigte Deutschland geleistet?

  • Im Gegensatz zu so ziemlich jeden anderem Industrieland sind die Reallöhne in Deutschland rückläufig. Wie stark oder um wie viel genau ist schwer zu sagen, doch allein von 1995 bis 2004 sank der durchschnittliche Reallohn um 0,9%.
  • Die wohl grösste Verfehlung findet sich im Solidaritätszuschlag. Jährlich kassiert die Bundesregierung so rund 10 Milliarden an zusätzlichen Steuern und verteilt diese nach dem Gießkannenprinzip auf die neuen Bundesländer. Mit dieser Politik muss Schluss sein und es müssen endlich wieder Problemzonen und Brennpunkte in ganz Deutschland gleichmäßig gefördert werden.
  • Die statistische pro-Kopf Verschuldung der öffentlichen Haushalte wurde allein von 1990 bis 2005 um das 2,5 fache gesteigert. Von 7.380 Euro auf 17.500 Euro.

18 Jahre – welche Errungenschaften hat Deutschland hervorgebracht?

  • 2 Währungsreformen: Zu erst die Abschaffung der Ost-Mark und schließlich die viel kritisierte und letztlich wohl doch sehr erfolgreiche Einführung des Euros wurden gemeistert. Unter anderem durch diese Leistung konnte sich Deutschland als treibende Kraft in Europas Einigungsprozess etablieren.
  • Das Bruttoinlandsprodukt des vereinigten Deutschlands wurde in den letzten 18 Jahren mehr als verdoppelt. Von 136 Milliarden Euro (1990) auf über 280 Milliarden im Jahr 2008 (Quelle).
  • Allein bis Ende 2006 war Deutschland in der Lage 6,75 Millionen Ausländern ein neues zu Hause zu geben. Darunter waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 1,739 Millionen Türken, 535.000 Italienern, 362.000 Polen und 317.000 Serben, 304.000 Griechen und 228.000 Kroaten. Eine schwer zu beziffernde Zahl an Eingebürgerten und sogenannten Spätaussiedlern kommt hinzu. Deutschland hat sich zum Einwanderungsland gewandelt!

So, nun wünsch ich euch allen noch einen schönen Feiertag, denkt mal darüber nach was wir heute feiern und schreibt mir als Kommentar welche Entwicklung oder welches Ereignis ihr besonders mit den nun 18 Jahren von einem vereinigten Deutschland verbindet.

Der Frei-Gen’er

Hier noch einige Links zu anderen Blogern die sich mit dem 18. Jahrestag der Einheit befassen und auseinandersetzen:

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Aktuell gibt es 12 Kommentare.

  1. Skullblog sagt:

    Oh man schon 18 Jahre das gute Stück… Die Zeit vergeht echt schnell :)

  2. SEO-Handbuch sagt:

    Na, dann auch mal von mir nachträglich alles Gute! :mrgreen:

    SEO-Handbuch´s letzter eigener Blog Post: Yahoo & Google Werbekooperation verzögert sich

  3. Frei-Gen'er sagt:

    Vielleicht müssen wir die aktuelle Finanzkrise als Kater am Morgen danach verstehen… war schließlich eine kräftige Sause zum 18. :mrgreen:

  4. Irena sagt:

    Was hat uns die Wiedervereinigung Gebracht? OK den Leuten aus den neuen Bundesländer die Möglichkeit Frei zu sein. Doch was hat sich an Deutschland geändert? Ich kann mich an fast nur negativen erinnern. Arbeitslosigkeit, Armut, Hass. Aber trotzdem Glückwunsch zu diesem tollen Ereignis.

  5. Sandra sagt:

    Also, ich fand das damals mit dem Mauerfall, der der Einheit vorausging sehr berührend. Es hat eigentlich jeder für eine Ente gehalten, bei uns im Dorf zumindest und deshalb ist auch kaum einer los gefahren. Erst als die offiziellen Bilder im Fernsehen kamen, hat man es wirklich glauben können. Das war eine Einheit, die wir damals erlebt haben, das gibt es heute kaum noch, leider :(

    Aber es war gut, dass es kam, wie es kam und ich denke, es sind schon einige gute Dinge dabei heraus gekommen. Die lange Elternzeit ist nur ein Beispiel, die gab es in der DDR nicht in der Form.

  6. Frei-Gen'er sagt:

    @Irena: Du solltest dringend mal dein Gedächtnis auffrischen; so wären sowohl die volle Souveränität Deutschlands wie auch das Ende des Kalten Krieges in Zentraleuropa ohne die Wiedervereinigung nie denkbar gewesen – und das hat bis heute großen Einfluss auf Deutschland. Nur um mal 2 Beispiele zu nennen.

    @Sandra: Ich sehe das ganze weniger pessimistisch. Zwar ist die jetzige Generation noch sehr vorurteilsbehaftet (im Westen wie auch im Osten), aber das wächst sich sicher raus. Hoffe ich persönlich zumindest.
    Und allein schon der Fakt das Berlin als Hauptstadt des gesamten Deutschlands wieder aufblüht und Ereignisse wie die Loveparade oder die Demo “Freedom not Fear” hervorbringt, ist doch ein Erfolg, oder?

  7. Marianne sagt:

    Ich bin schon 46 Jahre alt und ich habe die Wende sehr gut mitbekommen. Wir wohnen jetzt in Westdeutschland und haben aber früher in der ehemaligen DDR gewohnt. Es war schon eine extreme Umstellung für uns alle. Aber ich muss auch sagen, dass ich nie wieder zurück gehen würde. Ich bin sehr froh, dass mich die Menschen hier so gut aufgenommen haben. Und ich hoffe, dass wir so was nicht noch einmal durchmachen müssen. Denn ich denke, dass es für alle Beteiligten sehr schwierig war.

  8. Uschi sagt:

    Frei-Gen´er:

    Ich denke, dass du da recht hast. Ich glaube auch, dass es zwar noch einige Zeit dauern wird, aber es ist bestimmt in einigen Jahren so, dass sich das alles rauswächst. Vielleicht ist das nicht bei allen so, aber die Mehrheit wird sich in diese Richtung hin entwickeln. Ich hoffe es zumindest und wenn man es so betrachtet ist es auch sehr wahrscheinlich das es so passiert.

    Berlin finde ich, ist auch eine sehr gute Wahl auch wenn ich sagen muss, dass es vielleicht auch noch andere Städte gegeben hätte, die man dafür auswählen hätte können. Aber das ist ja ein anderes Thema.

  9. Ruben sagt:

    Oh mein Gott. Wenn ich mich an diese Zeiten zurückerinnere. Dann muss ich sagen, dass es auf der einen Seite gar nicht so schlimm war. Also ich möchte damit nicht sagen, dass das Leben schön war, aber für mich war es nicht so schlimm. Zu der Zeit war ich noch recht jung und für so was hatte ich ehrlich gesagt keinen Kopf. Ich wohnte auch sehr weit weg von der Grenze und darum hatte es nicht so viele Auswirkungen auf mich und auf meine Familie. Allerdings finde ich die Geschichten, die die Leute, die in der DDR wohnten sehr interessant.

  10. Patrick sagt:

    Wow.. 1,7Mio Türken. Das hätte ich nicht gedacht.
    Aber hast recht. Vieles hat sich gebessert, nur leider das Schulsystem nicht. Da hätte man sich ein gutes Beispiel am Bildungssystem der DDR nehmen können

  11. Marina sagt:

    @ Uschi: Also bis die Mauern in den Köpfen gefallen sind, das wird noch lange Zeit dauern. Und das Problem ist eigentlich hausgemacht. Denn über 18 Jahre nach der Einheit zahlen wir immer noch den Solizuschlag, obwohl die neuen Bundesländer nun mittlerweile wieder recht gut aufgebaut worden, teils bessser da stehen, als manche Stadt in den alten Bundesländern. Klar, dass sich darüber einige aufregen.

    Die unterschiedliche Behandlung, Entlohnung, sogar der unterschiedliche Regelsatz bei Sozialleistungen ist immer noch in Ost und West geteilt, was nicht wirklich zum Abbau der Mauer in den Köpfen führen kann.

  12. Vielleicht ist das nicht bei allen so, aber die Mehrheit wird sich in diese Richtung hin entwickeln. Ich hoffe es zumindest und wenn man es so betrachtet ist es auch sehr wahrscheinlich das es so passiert.
    Berlin finde ich, ist auch eine sehr gute Wahl auch wenn ich sagen muss, dass es vielleicht auch noch andere Städte gegeben hätte, die man dafür auswählen hätte können. thanks… :roll:
    .-= types of wines´s last blog ..Wine for Health =-.

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