Gelebter Ordnungswahn

Gepostet von Der Winter am 26. Juli 2008

Ja es ist schon erschreckend was manch ein Mensch, der sich dann auch noch Politiker nennt, für ein Weltbild besitzt.

So schlagen 2 Hamburger SPD Politiker heute vor, das in Zukunft in Bussen und Bahnen alle elektronischen Geräte auf lautlos gestellt werden müssen. Sollte das nicht funktionieren um die anhaltende katastrophale Ausweitung von elektronischen Klängen zu stoppen, wäre die mögliche Verschärfung das totale Verbot des Betriebs von elektronischen Geräten in Bussen und Bahnen, ähnlich, laut den Zweien, wie im Flugzeug.

Psssst ihr Zwei; auch in Flugzeugen darf ich, abgesehen vom Start und der Landung, meinen MP3-Player, Notebook, u.ä. ganz normal verwenden. Einzig Handys sind meist verboten; und das eigentlich nur wegen den umstrittenen (möglichen) Komplikationen mit den Frequenzen der Bordelektronik.

Versteht mich nicht falsch, auch ich bin genervt wenn ich von der Arbeit kommend unfreiwillig einem “Handy-Gettoblaster” lauschen darf; aber mich nerven auch unerzogene kleine Bengel die mitten im Supermarkt losflennen/-schreien nur weil die Mutter, die sonst alles macht damit Mr.  Verzogene-Nervensäge seinen Wunsch bekommt, ihm heute mal kein Eis/Nascherei kaufen will. Gehören deswegen allen Eltern, die ihre Kinder schlecht erziehen, eben diese weggenommen?

Aber es ist Sommer, da läuft der Kopf von manchem SPD’ler offensichtlich schon mal kräftig heiß.

Um all jenen SPD’lern, die eifrig nach neuen staatlichen Möglichkeiten zur Kontrolle Ordnung unserer Leben suchen, ein wenig unter die Arme zu greifen, hier einige gratis Tipps und Ideen zur weiteren Überregulierung des Alltags:

  • Knoblauch in Mahlzeiten gehört in der Öffentlichkeit verboten – schließlich ist es den Arbeitskollegen absolut nicht zu zu muten diesen unmenschlichen Gestank zu ertragen.
  • Das Reden in Cafes ist gefälligst einzustellen – nicht auszudenken wie sehr das den Kaffeegenuss stört.
  • Natürlich gehört es auch in den öffentlichen Verkehrsmitteln jegliches Reden zu verbieten – wie soll sich denn sonst der Busfahrer auf den Straßenverkehr konzentrieren?
  • Das öffentliche Diskutieren von politischen Themen darf nur noch eine maximale Lautstärke von 10 dB erreichen – nicht auszumalen das ein entpolitisierter Mitbürger ernsthaft politische Gespräche anzuhören hat.
  • Bei einschlägigen Fastfood-Restaurants ist es in Zukunft verboten Burger, Pommes und kohlenhydratreiche Getränke zu ordern – aus Rücksicht auf übergewichtige Mitmenschen ist es einfach unverantwortbar sich mit einem Hamburger sehen zu lassen.
  • Du hast noch weitere Vorschläge für total sinn freie staatliche Regulierungen? Schreib sie als Kommentar unter diesen Post!

Schönen Sonntag euch allen und noch folgendes an die SPD-Bürgerschaftsabgeordneten Monika Schaal und Thomas Böwer aus Hamburg: Hoffentlich kommt ihr nie in die Situation wo ihr echte Probleme zu lösen habt!

Der Frei-Gen’er

P.S.: Interessant ist auch das Herr Böwer noch Anfang 2007 der Geschäftsführer der (Hamburger) Gesellschaft zur Förderung von Demokratie und Völkerrecht war; für mich klingt der Gedankengang bzgl. des Verbots von elektrischen Geräten in Bussen und Bahnen bzw. das zwanghafte muten eher wie der von jemandem der totalitäre Staatsformen bevorzugt…

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