Archiv für Dezember 2009

Qualitätsfernsehen

Gepostet von Der Winter am 16. Dezember 2009
Keine Kommentare | Kategorie(n): Medien

Prof. Dr. Joachim Kersten, Hochschulprofessor an der Deutschen Hochschule der Polizei, gibt NTV ein Interview nach dem Amoklauf von Winnenden und führt dabei extrem gut vor, wie schlecht deutsche Fernsehjournalisten arbeiten.

Anschauen!

via Sixtus

In den guten alten Zeiten…

Gepostet von Der Winter am 15. Dezember 2009

“In den guten alten Zeiten … da war doch einfach alles besser. Da gab es keine nervigen Handys und die Leute telefonierten nicht immer überall. Ach und die Zeitung war noch ein richtig gutes weit verbreitetes Medium und im TV (damals noch komplett öffentlich finanziert) gab es keine ewigen Castingshows und gegessen wurde jeden Abend bei Mutter am Tisch. Brauchen tun wir solch wahnwitzige Ideen wie Twitter doch eh nicht!”

Diese Einstellung trifft man diese Tage viel und in fast allen gesellschaftlichen Gruppen. Selten so gebündelt, aber doch immer wieder Ansatzweise und meist hinter guten Gründen versteckt.

Wie oft musste ich schon erklären wozu ich ein Smartphone, kein iPhone (!), besitze und brauche. Und immer wieder präsentieren andere Leute in der Runde ihr puristisches Mobiltelefon und sind ganz stolz darauf, dass dieses ja nur telefonieren könne. Mehr bräuchten sie ja eh nicht.

Unterstützung, wem Unterstützung gebührt…

Gepostet von Der Winter am 14. Dezember 2009
Keine Kommentare | Kategorie(n): Politisches

Nach dem die chaotische Opposition im Bundestag nicht mit sinnvollen Konzepten punkten kann (zugegebenermaßen kann das die Regierung aktuell auch nicht), schießt sie sich nun auf die Afghanistanpolitik der Bundesregierung ein.

Nun mag man ja durchaus geteilter Meinung über den Krieg (der völkerrechtlich keiner ist) in Afghanistan und die Motive für diesen sein. Fakt ist und bleibt jedoch, dass das Land bis 2001 unter einem gewaltsamem Regime der Taliban gelitten hat und insbesondere die Rechte der Frauen, also traditionell doch eine der Bevölkerungsgruppen die den Linken ganz besonders am Herzen liegen, praktisch nicht existierten. Wohl nur wenige Länder können es mit dem altertümlichen Frauenbild der Taliban aufnehmen; eigentlich müsste doch schon diese Tatsache allein Feministinnen als Kriegsgrund genügen, oder?

Egal, ich will jetzt gar nicht den Krieg und seine Legitimation diskutieren.

Was mir allerdings gehörig auf den Senkel geht, ist die aktuelle Hetzjagd. Und nein, mir geht es nicht um die  Minister (a.D.) Jung, zu Guttenberg oder gar “Mutti” Merkel. Mir geht es um unsere Soldaten. Die Soldaten, die unser höchstes demokratisches Gremium, der Bundestag, in den Krieg geschickt hat.

Wie muss sich ein Oberst oder Offizier in Afghanistan fühlen wenn er mitbekommt wie Oberst Klein in den deutschen Medien gehetzt wird?

Rolle rückwärts

Gepostet von Der Winter am 9. Dezember 2009
4 Kommentare | Kategorie(n): FDP

Im letzten Artikel sprach ich die Verluste an, die der FDP wahrscheinlich ins Hause stehen, sollte sie nicht bald eine Kehrtwende in zentralen Politikfeldern der Bundespolitik, ja in ihrer ganzen Art zu regieren, schaffen. Nun kann ich nur aus meinem persönlichen Umfeld und meiner ganz individuellen Sicht berichten, aber letztlich geht es ja genau darum. Daher möchte ich diese Problematik, sprich die der grundsätzlichen Verfolgung/Vernachlässigung der beschlossenen Ziele der FDP  und ihren mittelbaren Auswirkungen, etwas näher betrachten.

Die FDP hat sich von 1998 bis 2009 grundlegend gewandelt. Aus einer veralteten Mehrheitsbeschafferpartei wurde ein deutlich verjüngter, ja teilweise sogar “hipper” Haufen (immerhin die zweitjüngste Partei im Bundestag hinter den Grünen nach dem Altersschnitt der Mitglieder). Die enge und effektive Verzahnung mit den Vorfeldorganisationen, insbesondere den Jungen Liberalen, ermöglichte kaum erträumte Wahlerfolge und steigerte die gesellschaftliche Akzeptanz. Nach den Aussagen älterer Parteifreunde wurde die FDP selten so wenig von Mitbürgern “angespuckt” wie in den Wahlkämpfen dieses Jahres. Es wurde eine Orientierungsmarke in der politischen Landschaft Deutschlands entwickelt, die sich bewusst gegen alle vier anderen Parteien im Bundestag mit ihren Nanny-Prinzipien richtete. Und dies geschah in meinen Augen für die anvisierten gesellschaftlichen Gruppen glaubwürdig

Schlechtes Gewissen

Gepostet von Der Winter am 7. Dezember 2009
5 Kommentare | Kategorie(n): FDP

Hallo Internet,

ich kann nicht mehr. Ich will nicht länger in mich hinein brummeln. Und vor allem – ich will nicht nur zusehen, wie meine eigene Partei das Wählervertrauen verspielt und eine große Chance unser Land auf einen neuen, besseren, Kurs zu bringen verschenkt. Daher schreib ich jetzt nieder, was ich mich bisher nur mit wenigen guten (Partei-)Freunden zu besprechen traute – vielleicht hilft es…

Genau 71 Tage ist der, in dieser Deutlichkeit selbst von Optimisten in den eigenen Reihen nicht erwartete, Wahlsieg der FDP nun her. Ja, ich schreibe bewusst von einem Wahlsieg der FDP. Denn mal abgesehen von den Nichtwählern ist keine Wählergruppe so stark angewachsen. Und wohl noch wichtiger – nur die Wahlschlappe der SPD und der Erfolg der FDP ermöglichten erneut eine zweier Koalition abseits von schwarz-rot (von einer großen Koalition zu reden dürfte inzwischen nicht mehr möglich sein).

Der Abend des 27. September war für mich als aktives Mitglied der FDP und der JuLis (dem Nachwuchsverband) einfach nur genial. Wir waren am Ziel. Die Regierung war zum greifen nahe und es gab für Merkel keine glaubhaften Gründe weiter mit der SPD regieren zu wollen. Wir waren in der Offensive. (Vielleicht war es ein einmaliger Moment?). Plötzlich schienen viele Forderungen umsetzbar: Die Umkehr in zentralen Bürgerrechtsfragen, eine Steuerreform (wobei ich die Vereinfachung als wichtiger als die Entlastung empfinde), die Sanierung des Haushalts (durch radikales Zusammenstreichen der Ministerialbudgets), der Beginn einer Erneuerung der sozialen Sicherungssysteme,… Und ja, auch an diesem Abend war uns allen klar das wir Kompromisse eingehen müssten. Lass es 5 Stufen im Steuersystem sein und Merkel ihren verkorksten Gesundheitsfond behalten. Das macht zwar immer noch keinen Sinn, aber wir (also die FDP) haben ja nicht die absolute Mehrheit geholt.

Einen Monat später wurde der neue Koalitionsvertrag unterzeichnet.