Der Ton macht’s

Gepostet von Der Winter am 17. Mai 2010
5 Kommentare | Kategorie(n): Parteiliches

Eigentlich bin ich niemand, der die Worte anderer Leute auf die Goldwaage legt. Ganz im Gegenteil, ich stecke ein und teile aus. Das gehört in einem gewissen Maß zur politischen Kultur in Deutschland scheinbar dazu. Und irgendwie ist es mir auch immer noch lieber, sich ordentlich mit jemandem zu streiten, wobei auch heftigere Worte fallen können, als hinter dem Rücken des Anderen übereinander zu lästern.

Für mich ist es also insgesamt nur nachvollziehbar, ja fast logisch, das sich die Partei “Die Linke” und die FDP gegenseitig nicht ganz so freundliche Dinge an den Kopf werfen. Dies beruht auf rudimentär unterschiedlichen Weltanschauungen und da eine Zusammenarbeit zwischen den beiden nicht zu erwarten ist, stört es letztlich nicht.

Doch es gibt Grenzen, besonders wenn ich mit jemandem potentiell zusammenarbeiten möchte. Und genau diese Grenze überschreiten sowohl die Sozialdemokraten als auch die Grünen gegenüber der FDP aktuell regelmäßig. Egal ob Sigmar Gabriel die Liberalen gerade verfassungsfeindlich oder fundamentalistisch nennt oder Cem Özdemir als Chef der Grünen “genetische Unterschiede” zwischen den zwei Parteien ausmacht, die sprachlichen Verfehlungen auf Seiten von Rot-Grün häufen sich.

Besonders schön sind auch relativ neue Aussagen rund um die Ampeldiskussion in NRW. Da kommt Jürgen Trittin in der TV Show Beckmann mit der Meinung um die Ecke, dass die FDP nicht weniger extremistisch wäre als die Linken und Andrea Nahles nennt uns einfach mal undemokratisch.

Entschuldigt mich, wenn ich hier vielleicht zu dünnhäutig reagiere, aber mit jemandem der so über mich redet, möchte ich nicht koalieren. Wer solche Worte gegenüber einer traditionsreichen demokratischen Partei, wie es die FDP unumstritten ist, benutzt, will seinerseits nicht ernsthaft mit uns koalieren. Und so sehr einigen jungliberalen Mitstreitern die Ampel gefällt, so sehr ist ein vernünftiger Umgangston untereinander Grundvoraussetzung für eine potentielle Zusammenarbeit.

Vielleicht merken die Verantwortlichen von SPD und Grüne das auch noch, wenn sie mit der Partei “Die Linke” in NRW ihren Spaß haben. Bis dahin, lasst uns die Ampel besser auslassen, es könnte zu schweren sprachlichen Kurzschlüssen führen…

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Aktuell gibt es 5 Kommentare.

  1. Ich gebe es zu: Der Tonfall bei den Freunden aus SPD und Grünen ist nicht immer besonders freundlich; förderlich auch nicht. Ich erlaube mir aber trotzdem mal den Kommentar, dass es solche Verfehlungen auch auf Seiten der FDP und der JuLis – insbesondere gegen die Grünen – in der Vergangenheit immer wieder gab und auch aktuell gibt. Das gehört zur Wahrheit dazu. Und genau deshalb finde ich die Aufregung nicht ehrlich und zu einem gehörigen Teil auch nicht angemessen. ^^

  2. Der Winter sagt:

    Vielleicht bin ich ja wirklich auf meinem FDP-JuLi-Ohr taub, aber wo haben sich Leute, die eine gewisse Verantwortung innerhalb der Liberalen tragen, mit einer solchen Wortwahl hervor getan?

    Ich meine, auch ganz ehrlich, dass die andauernden sprachlichen Griffe von SPD und Grünen ausgehen und die FDP sich bisher sprachlich unter Kontrolle hat.

  3. angus sagt:

    super artikel :twisted:

    wir denken gleich, hrhr
    .-= angus´s letzter blog ..So finden Sie IHR Boot – Wo finde ich meine Yacht =-.

  4. Max sagt:

    Yup, der Tonfall ist unter aller Sau. Aber ich bin trotzdem der Meinung, dass man SPD und Grünen nicht pauschal eine Absage erteilt, sondern sich mal anhört, was sie zu bieten haben. Dann kann man immernoch nein sagen. Und das zeigt meines Erachtens wahre Stärke, wenn man sich nicht wieder auf die gleiche unsachliche Ebene begibt, sondern wieder argumentiert.

    Gruß max

  5. Der Winter sagt:

    Naja, der Zug dürfte für diese Landtagswahl mit hoher Wahrscheinlichkeit abgefahren sein.
    Grundsätzlich hast du schon Recht, aber es muss halt immer auch ein vernünftiges Arbeitsklima vorhanden sein. Letztlich sind schon genug Koalitionen aufgrund von persönlichen Differenzen zwischen den Führungspolitikern zerbrochen. Aktuellstes Beispiel ist die alte Schwarz-Rote Koalition in Schleswig-Holstein.

    “Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus” ;-)

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