Archiv für die Kategorie ‘Philosophisches’

ENTER NOW – Plädoyer für Mut zur Verantwortung

Gepostet von Der Winter am 4. Juni 2010

Ein Gastbeitrag von Stephan Schmidt

„Ich bin frei, denn ich bin einer Wirklichkeit nicht ausgeliefert – ich kann sie gestalten“ formulierte der österreichische Psychotherapeut Paul Watzlawick einst sehr zutreffend. Und obwohl dieses nicht explizit in einem politischen Kontext fiel, soll Watzlawicks Zitat mehr denn je als Aufforderung an uns alle verstanden werden, der repräsentativen Demokratie ein Gesicht zu geben – jenes ihrer Bürger.

Eine vitale Demokratie muss mehr sein als die regelmäßige Stimmabgabe des Souveräns, sie verlangt Tag für Tag das Engagement, die Impulse, Leidenschaft und Tatkraft von Menschen unterschiedlichster Herkunft, Schichtung, Geschlechter, Generationen, Berufe, etc. Bürgerinnen und Bürger, die nicht als Zuschauer attentistisch verharren wollen, sondern sich als Vertreter ihrer Mitbürger und Nachbarn verstehen und Verantwortung übernehmen, um aktiv zu gestalten. Dieses gilt umso mehr vor dem Hintergrund schwindender Wahlbeteiligungen und dem Aufkommen zunehmend radikaler Parteien an beiden Rändern des politischen Spektrums und auch Splitterparteien. Jene werden nicht nur (wie oft fälschlicherweise angenommen) von schlecht gebildeten Menschen, Niedrigverdienern in prekären Beschäftigungsverhältnissen, ewig Gestrigen oder im Falle der Linkspartei von Wendeverlierern und DDR-Nostalgikern gewählt, sondern zunehmend auch vom Bürgerinnen und Bürgern der Mitte unserer Gesellschaft. Jene Wähler trauen den etablierten demokratischen Parteien die Problemlösungen entweder nicht mehr zu oder entscheiden sich für den Protest mittels Wahlzettel. Parallel dazu wächst die Partei der Nichtwähler weiter, immer weniger Menschen entscheiden sich für die Mitgliedschaft in einer politischen Partei, welche demokratietheoretisch die Träger unserer Willensbildung und somit von großer Bedeutung sind. Scheinbar entfremden sich die Bürgerinnen und Bürger zunehmend von ihren gewählten Vertretern und somit auch vom System der repräsentativen Demokratie.

Wir alle sind gefordert, die Demokratie aktiv zu leben und unsere Wirklichkeit permanent neu zu gestalten. Dieses gilt zuerst für die Wahrnehmung unseres Wahlrechtes und eine differenzierte Entscheidung zu Gunsten einer politischen Partei – ob dieses nun als Stammwähler mit einer klaren politischen Heimat oder als situativ entscheidender Wechselwähler, ist dabei nicht von Bedeutung. Bestenfalls sind wir Bürger aber mehr als nur Wähler,

In den guten alten Zeiten…

Gepostet von Der Winter am 15. Dezember 2009

“In den guten alten Zeiten … da war doch einfach alles besser. Da gab es keine nervigen Handys und die Leute telefonierten nicht immer überall. Ach und die Zeitung war noch ein richtig gutes weit verbreitetes Medium und im TV (damals noch komplett öffentlich finanziert) gab es keine ewigen Castingshows und gegessen wurde jeden Abend bei Mutter am Tisch. Brauchen tun wir solch wahnwitzige Ideen wie Twitter doch eh nicht!”

Diese Einstellung trifft man diese Tage viel und in fast allen gesellschaftlichen Gruppen. Selten so gebündelt, aber doch immer wieder Ansatzweise und meist hinter guten Gründen versteckt.

Wie oft musste ich schon erklären wozu ich ein Smartphone, kein iPhone (!), besitze und brauche. Und immer wieder präsentieren andere Leute in der Runde ihr puristisches Mobiltelefon und sind ganz stolz darauf, dass dieses ja nur telefonieren könne. Mehr bräuchten sie ja eh nicht.

Die Demokratie – zum Scheitern verurteilt?

Gepostet von Der Winter am 1. Oktober 2008

Vorneweg ein Hinweis für den Verfassungsschutz: Dieser Artikel ist eine These; mein politisches Handeln ist demokratisch und ich bezwecke in keiner Weise die demokratischen Grundmanifeste der BRD zu attackieren geschweige den gegen diese zu handeln. :wink:

Doch nun zur Frage des heutigen Tages: Was ist Demokratie und ist diese zum Scheitern verurteilt? Das Zeit-Lexikon beantwortet diese Frage wie folgt: “Demokratie, eine Form des politischen Lebens, die von der Gleichheit und Freiheit aller Bürger ausgeht und die Willensbildung der Gemeinschaft oder des Staates vom Willen des gesamten Volkes ableitet.” Kompliziert? Halten wir es einfach wie der gute alte A. Lincoln: “Regierung des Volkes durch das Volk für das Volk.” Das ist doch schon eher verständlich.

Zentral sind also in der Demokratie das Volk und die Regierung, welche ja letztlich aus dem Volk kommt bzw. kommen soll. Doch was ist das Volk? Auch hier möchte ich wieder ein Lexikon zu Rate ziehen, schließlich sind die ja bekanntermassen meist (mehr oder minder) richtig. So schreibt das Meyer Online Lexikon zum Begriff Volk: “[...] staatsrechtlich Träger der Staatsgewalt (Staatsvolk), in einer Demokratie Inhaber der Souveränität (Volkssouveränität), die in Abstimmungen und Wahlen ausgeübt wird.” Wir sind also Inhaber von Souveränität. Das ist gut und einfach. Doch da die Fragen die unsere Staatsgewalt beantworten muss kompliziert sind, wählen wir Volksvertreter, soweit ist das ganze noch recht logisch.

Doch geben wir damit nicht unseren Inhaber-Status zumindest temporär ab? Und was ist mit Leuten de nicht wählen gehen? Geben diese den Inhaber-Status trotzdem ab? Oder gerade weil sie nicht wählen gehen? Spätestens hier dürfte klar werden wie schwer die Machtverhältnisse in Demokratien zuzuordnen sind.

Aber das Problem könnte tiefer liegen.

Einfach mal glücklich sein!

Gepostet von Der Winter am 31. Juli 2008
2 Kommentare | Kategorie(n): Philosophisches

Heute ist geiles Wetter! Das Thermometer zeigt um halb 9 abends noch 29,8° Celsius an und die Sonne verschwindet langsam hinter dem wunderschönen Horizont. So schön kann deutsches Wetter sein!

Sicher, auch ich habe heute den ganzen Tag lang geölt wie sonst was, alles ist irgendwie klebrig und körperliche Aktivitäten fallen schwerer. Leider sind diese Nebeneffekte des Wetters bei vielen Leuten bereits wieder ein Grund zum Meckern. Wer hat es nicht im Ohr wie sie alle jammern: “Boah das ist ja nicht auszuhalten”, “Ist das scheiße heiß” oder “Bei dem Wetter geht man ja ein”.

Und, lasst mich ehrlich mit euch sein: Ich kann und will es nicht mehr hören!

Warum jammern genau die am lautesten über das geniale Wetter, die im Winter am lautesten über die Kälte jammern und die vor 3 Wochen noch genörgelt haben das es mit dem Deutschen Sommer dieses Jahr wohl nichts mehr wird? Ich denke es zeigt viel über das Phänomen des selbstzerstörerischen Pessimismus, der irgendwie zur deutschen Volkskrankheit geworden ist.

Denn eigentlich, das ist wohl offensichtlich, geht es bei diesem Gejammer nicht ums Wetter – es geht darum einen Grund zu haben schlecht gelaunt zu sein. Wenn ich will, finde ich immer was zum meckern:

Gelebter Ordnungswahn

Gepostet von Der Winter am 26. Juli 2008

Ja es ist schon erschreckend was manch ein Mensch, der sich dann auch noch Politiker nennt, für ein Weltbild besitzt.

So schlagen 2 Hamburger SPD Politiker heute vor, das in Zukunft in Bussen und Bahnen alle elektronischen Geräte auf lautlos gestellt werden müssen. Sollte das nicht funktionieren um die anhaltende katastrophale Ausweitung von elektronischen Klängen zu stoppen, wäre die mögliche Verschärfung das totale Verbot des Betriebs von elektronischen Geräten in Bussen und Bahnen, ähnlich, laut den Zweien, wie im Flugzeug.

Psssst ihr Zwei; auch in Flugzeugen darf ich, abgesehen vom Start und der Landung, meinen MP3-Player, Notebook, u.ä. ganz normal verwenden. Einzig Handys sind meist verboten; und das eigentlich nur wegen den umstrittenen (möglichen) Komplikationen mit den Frequenzen der Bordelektronik.

Versteht mich nicht falsch, auch ich bin genervt wenn ich von der Arbeit kommend unfreiwillig einem “Handy-Gettoblaster” lauschen darf; aber mich nerven auch unerzogene kleine Bengel die mitten im Supermarkt losflennen/-schreien nur weil die Mutter, die sonst alles macht damit Mr.  Verzogene-Nervensäge seinen Wunsch bekommt, ihm heute mal kein Eis/Nascherei kaufen will. Gehören deswegen allen Eltern, die ihre Kinder schlecht erziehen, eben diese weggenommen?

Und der Herdentrieb gewinnt doch…

Gepostet von Der Winter am 17. Juli 2008
1 Kommentar | Kategorie(n): Philosophisches

Was waren das für Bilder, da steht eine einzelne Person und erzählt wenig lustige bzw. total ausgelutschte Gags vor 70.000 Zuschauern, wobei diese auch noch alle für dieses fragwürdige Ereignis bezahlt haben.

Sicher ist es den meisten bereits klar, es geht um Mario Barth’s Auftritt im Olympia Stadion. Was genau war das da? Die erzählten Gags sind alt, sind alle bereits bei RTL ausgestrahlt worden und generell ist Herr Barth dafür bekannt das seine in den Shows aufgeführten Gags immer bis ins kleinste Detail gleich bleiben. Doch warum schaut sich das tatsächlich noch jemand an?

Wieso man nicht glücklich werden kann…

Gepostet von Der Winter am 5. Dezember 2007
4 Kommentare | Kategorie(n): Philosophisches

Wer kennt das nicht, immer wieder und von allen Seiten hört man sinngemäß Sätze wie: “Hab ich erst mal den neuen Job, dann…”, “Würde ich doch auswandern, dann…”, “Wenn ich diese Klausur hinter mir habe, dann…” und so weiter und sofort. Wir Deutschen sind von Hause aus pessimistisch, ja wir sind im Ausland sogar als Perfektionisten bekannt, wobei wir dies oft selbst als ewige Nörglerei bezeichnen. Und das schöne, im Job hilft uns dies durchaus weiter. Schließlich hängt der Erfolg von deutschen Autobauern, Technologie-Unternehmen, etc. direkt davon ab dass möglichst perfekt gearbeitet wird.

Doch wir, wir einzelnen Menschen, sagen und denken viel zu häufig “…, dann wär ich glücklich.” Wir leben im Futur. Was bringt uns das? Erlaubt es uns schlecht gelaunt zu sein? Rechtfertigen wir so vor uns selbst den anhaltenden Pessimismus? Wollen wir gar nicht glücklich sein? Brauch es den wirklich ein Grossevent wie die Fußball WM 2006 um die Lebensfreude in uns zu wecken?

Seite 1 von 212