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Rolle rückwärts
Im letzten Artikel sprach ich die Verluste an, die der FDP wahrscheinlich ins Hause stehen, sollte sie nicht bald eine Kehrtwende in zentralen Politikfeldern der Bundespolitik, ja in ihrer ganzen Art zu regieren, schaffen. Nun kann ich nur aus meinem persönlichen Umfeld und meiner ganz individuellen Sicht berichten, aber letztlich geht es ja genau darum. Daher möchte ich diese Problematik, sprich die der grundsätzlichen Verfolgung/Vernachlässigung der beschlossenen Ziele der FDP und ihren mittelbaren Auswirkungen, etwas näher betrachten.
Die FDP hat sich von 1998 bis 2009 grundlegend gewandelt. Aus einer veralteten Mehrheitsbeschafferpartei wurde ein deutlich verjüngter, ja teilweise sogar “hipper” Haufen (immerhin die zweitjüngste Partei im Bundestag hinter den Grünen nach dem Altersschnitt der Mitglieder). Die enge und effektive Verzahnung mit den Vorfeldorganisationen, insbesondere den Jungen Liberalen, ermöglichte kaum erträumte Wahlerfolge und steigerte die gesellschaftliche Akzeptanz. Nach den Aussagen älterer Parteifreunde wurde die FDP selten so wenig von Mitbürgern “angespuckt” wie in den Wahlkämpfen dieses Jahres. Es wurde eine Orientierungsmarke in der politischen Landschaft Deutschlands entwickelt, die sich bewusst gegen alle vier anderen Parteien im Bundestag mit ihren Nanny-Prinzipien richtete. Und dies geschah in meinen Augen für die anvisierten gesellschaftlichen Gruppen glaubwürdig …

(Ø 4.67)



